Identität und Repräsentation
Typografie 3 / Editorial
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„…ja und der Wald macht sich doch auch ganz gut, als Kulisse, so außen rum, vom Golfplatz.“
Ein Drittel der deutschen Staatsfläche ist mit Wald bedeckt.
Der Wald nimmt im Bewusstsein der Menschen seit jeher eine Sonderrolle ein — auf der einen Seite bietet er für uns Deutsche „die absolute Wildnis“, ist aufgeladen mit Geschichte, Mythologie, Märchen. Mit Bildern von Freiheit, Natur, abenteuerlichen und erotischen Fantasien, auf der anderen Seite war er aber auch schon immer Ort der Bedrohung und Grenzerfahrung.
Kein Naturthema wurde in der deutschen Kultur stärker behandelt und aufgegriffen als der Wald, seine Entwicklung und sein Einfluss auf den Menschen. Heutzutage, in einer Zeit, in der selbst die komplette Abholzung von Regenwäldern niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken kann, in der die deutsche
Eiche schon lange von der Fichte verdrängt wurde, scheint der deutsche Wald eher ein Nebendasein zu führen.
Er stirbt seit dreißig Jahren, aber will doch nicht tot sein.
Doch das Bild, das der Deutsche heute noch von „seinem“ Wald hat, hat sich kaum geändert. Die Projektionen, deren
Gegenstand er ist, drehen sich immer um die gleichen Themen, aber irgendwie hat niemand so wirklich eine Ahnung davon,
was denn „der Wald“ jetzt eigentlich ist. Fragt man mehrere
Leute, was sie mit dem Begriff „Wald“ verbinden, wird man
viele schwammige Antworten bekommen, die sich an bestimmten Punkten ähneln und decken, aber trotzdem immer unkonkret
wirken.
In unserem Magazin „urst“ setzen wir genau an diesem Punkt an und wollen auf eine fotografische Art versuchen, uns Themen dieser Art zu nähern. Wir wollen mit dieser Ausgabe versuchen, Bilder zu schaffen für dieses „Waldgefühl“, das in jedem von uns zu stecken scheint — aber doch nicht zu fassen ist.
HOLGER JENSS, 4. SEMESTER
JONATHAN PIRNAY, 4. SEMESTER

