Identität und Repräsentation Typografie 3 / Editorial
<my home is my cassel>
Kassel ist bunt, Kassel ist grau, ist hässlich, aber doch
irgendwie gemütlich und verwegen. Eine wahre Hassliebe.
Kassel ist vieles aber definitiv keine Stadt über dessen Ansehen das gleiche Urteil gefällt wird.
Da gibt es die grüne Aue mit prächtiger Orangerie, in der sich die Leute im Sommer nur so tummeln und dann die Innenstadt mit ihren hässlichen Fassaden, keinen Schimmer von Altstadtfeeling und Gemütlichkeit ist hier zu finden. Haben und nicht haben, sein und nicht sein. Hier findet die Waage wohl nie ein
Gleichgewicht.
Die Schizophrenie dieser Stadt reißt die Meinungen entzwei, sodass kaum eine Brücke zwischen den beiden Kehrseiten
geschlagen werden kann. Man glaubt zu wissen was man von Kassel zu halten hat, sei es positiv oder negativ. Wohnt man hier steht man entweder als Verteidiger mit dem Rücken zur Wand und trotzt mutig dem Kläger, der, wenn man Pech hat auch noch aus Hamburg oder der Szenestadt Berlin kommt oder man gibt klein bei, sucht Rechtfertigungen oder gar Entschuldigungen.
Die Anklage lautet: „Warum denn bitte Kassel und nicht…?“
In unserem Magazin wollen wir die Leute dazu bringen sich ihr eigenes Kassel zu schaffen, ihre Nische zu entdecken,
ihre Stadt vielleicht ein bisschen mehr lieben zu lernen oder sich zumindest mal mit ihr auseinander setzen. Wir tragen peu á peu die Schichten der Oberfläche Kassels ab und wollen ins Innere gelangen, zeigen Ein– und Ausblicke. Wir wollen die Stadt nicht mit den Augen eines Fremden sehen, denn der erste Eindruck ist oftmals mit Vorurteilen belastet.
Wir wollen mit den Augen eines Kindes durch die Straßen gehen; neugierig, aufgeschlossen und voller Erwartungen für das
Unentdeckte.
BATJA SCHUBERT, 6. SEMESTER
MARIJKE DEBATIN, 6. SEMESTER
BRITTA WAGEMANN, 2. SEMESTER













