Identität und Repräsentation Typografie 3 / Editorial
<? INTERVIEWMAGAZIN alternativer Wahrheiten>
Interviewmagazine bestechen durch die Berichterstattung über Menschen und ihre Lebensläufe, ihre Profession oder ihre Haltung. Was passiert mit den unverwirklichten Geschichten, mit den nicht ergriffenen Berufen, mit den Vorstellungen, die man in seiner Berufs– und Persönlichkeitssuche hat? Zu Recht verworfen, oder durch äußere Umstände verhindert? Interessant genug, sich mit den Geschichten zu beschäftigen. Ein Magazin, voll mit Lügen, die streng genommen keine sind…
Die Gruppe der Leser ist in ihrem Alter sehr inhomogen. Stehe ich direkt vor der Entscheidung, in welche Richtung mein Leben in Zukunft geht oder blicke ich zurück auf Entscheidungen oder Fantasien, die durch die Realität verhindert wurden.
Oder bin ich mittendrin in Etwas, dass ich mir vor 10 Jahren noch völlig anders vorgestellt habe? Die Geschichten der Anderen könnten mich interessieren… Vielleicht sogar weiterhelfen oder mich auf neue Ideen bringen. Dieses Magazin wird ein
Interview und People Mag, das sich auf nationaler Ebene nur mit Menschen und deren Fiktionen beschäftigt.
Es werden tatsächliche Lebensentwürfe verschiedenster Menschen, die von ihnen nie umgesetzt wurden, erfragt und thematisiert. Die Interviewten werden in der Person ihrer Fiktion befragt und als diese dargestellt, sowohl schriftlich als auch
fotografisch. Klamauk wird hier besonders klein geschrieben! — Soll heißen: Der Förster, dessen Lebensentwurf z.B. ein Astronautendasein war, sollte nach Möglichkeit nicht in seinem NASA Raumanzug dargestellt werden, sondern reichlich subtil daherkommen.
Das Gestaltungsprinzip sollte sich nicht auf die Tatsache versteifen, dass Unwahrheiten transportiert werden, sondern vielmehr den Wahrheitsgrad der Geschichten wiederspiegeln. Glaubwürdigkeit, Klarheit und eine nicht wertende Bildsprache sollten sich auch an Deck einfinden.
JULIAN SCHAMBACH, 12. SEMESTER
BENJAMIN WEYMANN, 10. SEMESTER
ADRIEN ZARCOS, 12. SEMESTER

