Spuren der Macht II: Mythos

Spuren der Macht II: Mythos

Wir wollen in diesem interdisziplinären Seminar unsere Analyse von Machtstrukturen fortsetzen. Uns interessieren dabei besonders Machtverhältnisse, die nicht offensichtlich sind, die unser Verhalten lenken und leiten ohne dass wir uns dessen bewusst sind.

Der Mythos ist eine solche Form der Macht. Nicht die Handlung, der Inhalt eines Mythos steht im Mittelpunkt des Seminars, sondern der Mythos als Struktur von Wirklichkeit. Subversiv werden wir von ihm beeinflusst und gleichzeitig entzieht er sich unserer Wahrnehmung. Die Aufklärung war angetreten, um uns von dem mythischen Denken zu befreien. Dann zeigte sich: Der Mythos war selbst schon Aufklärung und Aufklärung schlägt in den Mythos um. Ob in Kunst, Wissenschaft, Politik oder Werbung: überall finden sich die Spuren des Mythos in unserer Gegenwart. Welche Macht übt der Mythos über unsere Diskurse aus? Ist die Kunst ein Refugium des Mythos? In welchem Verhältnis steht der Mythos zur Wissenschaft? In wieweit prägt der Mythos unsere kulturelle Identität?

Das Seminar ist eine Kooperation zwischen Visueller Kommunikation, Philosophie und Kunstwissenschaft. Zunächst wollen wir in einem Theorie-Block mit Texten u.a. von Theodor W. Adorno, Roland Barthes und Michel Foucault dem Phänomen „Mythos« auf die Spur kommen.

Dozenten: Gabriele Franziska Götz, Joel Baumann,  Nils-Arne Kässens (WS 2010/11)

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