Selbstbilder. Spuren der Macht in kultureller Repräsentation — Einzelansicht
Das Seminar war eine Kooperation zwischen Visueller Kommunikation, Philosophie und Kunstwissenschaft [Prof. Gabriele Franziska Götz, Nils-Arne Kässens, Prof. Joel Baumann]. Ergänzend zu den wöchentlichen Sitzungen wird es vom 25 bis 27 Juni einen Paxisworkshop geben.
Präsentation auf dem Rundgang 2010
Unter „Repräsentation« lässt sich ganz allgemein die Generierung von Bedeutung mittels Sprache, Zeichen und Bildern verstehen.
Wir wollen in diesem interdisziplinären Seminar einen Schwerpunkt auf Bildmedien legen, insbesondere auf die Fotografie. Die Frage nach dem Status des Bildes, nach seiner medialen Wirkung und sozialen Funktion ist in den letzten Jahren zu einem Leitthema in Wissenschaft, Kunst und Kultur geworden. Man kann heute von einer Omnipräsenz des Bildes in der westlichen Welt sprechen: Die Menschen zappen zwischen hundert Fernsehkanälen, drehen Videoclips mit dem Mobiltelefon und verlieren sich im Bilderdschungel des Cyberspace. Der Titel „Selbstbilder« verweist auf die Frage, wie Bilder unsere kulturelle Identität prägen. „Spuren der Macht« lässt sich in zweifacher Hinsicht verstehen: Zum einen wollen wir untersuchen, in wieweit ästhetische Urteile über Bilder durch gesellschaftliche Machtkonstellationen normiert werden können. Zum anderen interessiert uns, wie Bilder als Machtinstrument dienen können. Das Inszenieren von Terrorbildern gehört zur Strategie der Terroristen, Macht über die Diskurse im Westen zu erlangen. So war der Terroranschlag vom 11. September ein bildmächtig inszeniertes Medienereignis, dessen politische Wirkung wesentlich durch die Wirkung der Bilder geprägt war.
Literatur
Textgrundlage für das Seminar:
- Stuart Hall: Representation. Cultural Representations and Signifying Practices, London 1997.
- Pierre Bourdieu (et.al.): Eine illegitime Kunst. Die sozialen Gebrauchsweisen der Photographie, Frankfurt am Main 1983.
- Tom Holert: Regieren im Bildraum, Berlin 2008.
Diese und weitere Texte werden in einem Reader bereitgestellt.















